Interview

Im folgenden gibt es ein Interview, dass ich für meine Superprof Anzeige erstellst habe, und das ein wenig mehr über mich erfahren lässt, viel Spaß beim lesen.


1) Seit wann interessierst Du Dich für Deinen Fachbereich – und besonders für Privatunterricht?

Mein Interesse an Mathematik, Informatik und Physik begann bereits während meiner Schulzeit. Schon damals haben mich Rätsel, strategische Probleme und komplexe Fragestellungen besonders fasziniert. Mathematik habe ich relativ früh als ein Werkzeug kennengelernt, mit dem man solche Probleme systematisch untersuchen und lösen kann. Besonders spannend fand ich dabei, dass mathematische Ideen gleichzeitig sehr abstrakt sein können und dennoch konkrete Anwendungen in der realen Welt haben.

Parallel dazu begann ich in meiner Freizeit zu programmieren. Anfangs waren das kleine Projekte – einfache Skripte, kleine Programme oder eine selbst gebaute Website. Diese Projekte haben mir gezeigt, wie eng Mathematik, Informatik und logisches Denken miteinander verbunden sind. Das Experimentieren mit Code hat mir auch vermittelt, dass Lernen oft am besten funktioniert, wenn man Dinge ausprobiert und Schritt für Schritt versteht, warum etwas funktioniert.

Der Weg zum Privatunterricht kam bei mir eher indirekt zustande. Viele Jahre habe ich in meinem Schachverein Kurse gegeben und dort strategische Grundlagen vermittelt. Beim Schachunterricht sitzt man häufig gemeinsam über einer Stellung und versucht zu verstehen, welche Ideen und Prinzipien hinter guten Zügen stehen. Diese Form des gemeinsamen Problemlösens hat mir immer viel Freude bereitet.

Etwa 2021 wurde ich dann von einem Bekannten gefragt, ob ich seiner Tochter in Informatik helfen könne. Daraus entwickelte sich meine erste Nachhilfeerfahrung. Als ich später meinen Nebenjob kündigte, um mich stärker auf mein Studium zu konzentrieren, stellte sich die Frage, wie ich mein Studium finanzieren könnte. Die naheliegende Lösung war, meine Erfahrung im Unterrichten weiter auszubauen und gezielt private Nachhilfe anzubieten.

Heute schätze ich am Privatunterricht besonders die Möglichkeit, individuell auf Schülerinnen und Schüler einzugehen und gemeinsam Wege zu finden, schwierige Themen verständlich zu machen.

2) Erzähle uns mehr über die Fächer, die Du unterrichtest

Ich unterrichte hauptsächlich Mathematik, Physik und Informatik. Diese drei Bereiche hängen inhaltlich sehr eng miteinander zusammen, weshalb ich es besonders spannend finde, die Verbindungen zwischen ihnen sichtbar zu machen.

Mathematik nimmt dabei einen großen Teil meines Studiums ein. Besonders gerne beschäftige ich mich mit Analysis – also Themen wie Ableitungen, Integralen oder Wachstumsprozessen. Diese Konzepte sind nicht nur zentral für die Mathematik selbst, sondern auch für viele Anwendungen in Naturwissenschaften und Technik. Wenn sich im Unterricht einmal die Gelegenheit ergibt, arbeite ich auch gerne mit Themen aus der Zahlentheorie, weil sie zeigen, wie elegant und kreativ mathematische Ideen sein können.

In der Physik faszinieren mich besonders grundlegende Konzepte, die beschreiben, wie unsere Welt funktioniert. Ein Beispiel dafür ist die Quantenmechanik, die zeigt, dass unsere Intuition manchmal stark von der tatsächlichen physikalischen Realität abweichen kann.

In der Informatik liegt mein Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und modernen Methoden der Datenanalyse. Diese Themen spielen auch in meinem Studium eine wichtige Rolle. In meiner Masterarbeit untersuche ich beispielsweise, wie bestimmte visuelle Reize – also Bilder – die Aktivität des Gehirns beeinflussen, gemessen über EEG-Signale.

Grundsätzlich kann jedoch fast jedes Thema spannend werden, wenn man es in einen größeren Zusammenhang stellt. Oft wird Mathematik als eine Sammlung einzelner Regeln wahrgenommen. Wenn man jedoch erkennt, wie verschiedene Ideen miteinander verbunden sind, entsteht ein viel klareres Gesamtbild. Genau diese Zusammenhänge zu entdecken und verständlich zu machen, ist für mich einer der interessantesten Aspekte beim Unterrichten.

3) Wer ist Dein Vorbild als Lehrer?

Es gibt mehrere Lehrer, die mich besonders geprägt haben. Dazu gehören mein Physiklehrer im Leistungskurs Stefan Thul, mein Mathematik-LK-Lehrer Markus Mergard und mein Schachlehrer Stephan Philipp.

Alle drei hatten gemeinsam, dass sie auch scheinbar trockene Inhalte lebendig und verständlich vermitteln konnten. Sie haben gezeigt, dass ein Thema oft erst dann wirklich interessant wird, wenn man beginnt, Fragen zu stellen und verschiedene Perspektiven zu betrachten.

Eine Methode, die mich besonders geprägt hat, ist der sogenannte sokratische Dialog. Dabei stellt der Lehrer gezielte Fragen, die dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler selbst auf die Lösung kommen. Diese Art des Lernens ist oft nachhaltiger als reine Erklärung, weil sie zum eigenen Denken anregt.

Außerdem habe ich gelernt, die eigenen Gedanken und unausgesprochenen Voraussetzungen zu hinterfragen und häufig mehrere alternative Wege zu einer Lösung zu suchen.

Auch einige Bücher haben mich stark beeinflusst. Besonders inspirierend war für mich das Buch Gödel, Escher, Bach von Douglas Hofstadter, das zeigt, wie Ideen aus Mathematik, Kunst und Musik miteinander verbunden sein können. Ein weiteres Buch ist Deep Work von Cal Newport, das sich mit konzentriertem und fokussiertem Arbeiten beschäftigt.

Diese Einflüsse haben meine eigene Art zu lernen und zu unterrichten stark geprägt.

4) Welche Fähigkeiten braucht man, um ein echter Experte zu werden?

Aus meiner Sicht sind mehrere Fähigkeiten entscheidend, um in mathematischen oder technischen Bereichen wirklich tiefes Verständnis zu entwickeln.

Zunächst ist ein gutes Textverständnis wichtig. Viele mathematische oder wissenschaftliche Inhalte sind sehr präzise formuliert, und ein großer Teil des Lernens besteht darin, Definitionen, Begriffe und Zusammenhänge wirklich zu verstehen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist Ausdauer. Viele Probleme lassen sich nicht sofort lösen. Gerade bei komplexeren Themen braucht man manchmal Zeit, um eine Idee vollständig zu durchdringen.

Ein weiterer Aspekt ist Neugier und Experimentierfreude. Oft hilft es, mit Beispielen zu spielen, eigene Vermutungen zu formulieren oder alternative Lösungswege auszuprobieren. Dieses aktive Experimentieren führt häufig zu einem tieferen Verständnis.

Mathematik ist letztlich eine formale Sprache. Wenn man beginnt, diese Sprache zu verstehen und ihre Regeln anzuwenden, wird vieles deutlich klarer.

5) Gibt es eine Anekdote aus Deiner Schulzeit oder Deinem Berufsleben?

Eine Erfahrung, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, hatte ich mit einer Freundin, die überzeugt war, sie könne einfach keine Mathematik verstehen.

Anstatt direkt mit klassischen Schulaufgaben zu beginnen, habe ich ihr zunächst ein logisches Rätsel gezeigt. Danach habe ich erklärt, dass Mathematik im Grunde auf einem ähnlichen Prinzip basiert: Man beginnt mit bestimmten Annahmen und leitet daraus mithilfe klarer Regeln neue Aussagen ab.

In diesem Moment wurde ihr klar, dass Mathematik weniger aus „komplizierten Formeln“ besteht, als viele denken, sondern vielmehr aus strukturiertem Denken, Analogien und logischen Zusammenhängen.

Dieser Perspektivwechsel hat ihr sehr geholfen. Solche Momente sind für mich auch einer der schönsten Aspekte beim Unterrichten.

6) Wie bist Du selbst zum Experten geworden?

Mein eigener Weg bestand aus viel Übung, vielen Versuchen – und auch vielen Fehlern.

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich während meiner Schulzeit einmal eine 5 in Mathematik hatte und sogar einen blauen Brief bekam. Der Grund war allerdings nicht mangelnde Fähigkeit, sondern schlicht mangelnde Arbeit.

Dieses Erlebnis war für mich ein wichtiger Wendepunkt. Ich begann, mich intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen, Aufgaben systematisch zu bearbeiten und wirklich zu verstehen, wie die Konzepte zusammenhängen.

Diese Erfahrung hilft mir heute auch beim Unterrichten. Ich habe gelernt, dass Schwierigkeiten im Unterricht häufig nicht an fehlendem Talent liegen, sondern eher an fehlender Struktur, Übung oder den falschen Lernstrategien.

7) Deine persönlichen Leidenschaften und Hobbys

Ein großes Hobby von mir ist Schach, das mich schon seit vielen Jahren begleitet. Schach verbindet strategisches Denken, Kreativität und Problemlösung – Eigenschaften, die auch in Mathematik und Informatik eine wichtige Rolle spielen.

Außerdem versuche ich regelmäßig Sport zu machen, um einen Ausgleich zum Studium zu haben. Gerade bei intensiver geistiger Arbeit ist Bewegung für mich wichtig.

Ich engagiere mich außerdem beim Technischen Hilfswerk (THW), weil ich es wichtig finde, sich auch gesellschaftlich einzubringen.

Darüber hinaus beschäftige ich mich gerne mit wissenschaftlichen Themen, Rätseln und technischen Fragestellungen. Auch in meiner Freizeit schaue ich gerne Vorträge oder Videos über Mathematik, Informatik oder Wissenschaft.

Und natürlich gehe ich auch gerne mal feiern oder besuche Festivals und Konzerte.


8) Was macht Dich zu einem Superprof?


Mir ist besonders wichtig, Schülerinnen und Schüler genau dort abzuholen, wo sie aktuell stehen.

Viele Schwierigkeiten im Unterricht entstehen nicht, weil ein Thema grundsätzlich zu schwierig ist, sondern weil einzelne Zwischenschritte nicht vollständig verstanden wurden. Mein Ansatz besteht deshalb darin, komplexe Themen in nachvollziehbare Schritte zu zerlegen und gemeinsam zu erarbeiten.

Dabei geht es mir nicht nur darum, Aufgaben für die nächste Klassenarbeit zu lösen. Mein Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler ein echtes Verständnis für die zugrunde liegenden Ideen entwickeln.

Wenn dieser Punkt erreicht ist, entsteht häufig ein ganz neuer Zugang zum Lernen: Probleme werden strukturierter angegangen, und viele Aufgaben erscheinen plötzlich deutlich weniger kompliziert.

Viele meiner Schüler kommen mit dem Gefühl, sie könnten kein Mathe – und gehen mit dem Verständnis, wie man Probleme systematisch löst.